Oerlinghausen-Helpup (kd). Das Hallenbad in Helpup macht derzeit einen traurigen Eindruck. Das Becken ist bis auf den Betonsockel freigelegt, der Sprungturm mit einer Plane abgedeckt, der Rand ist durch Sperrgitter gesichert. Seit genau zwei Jahren kann das Bad nicht mehr genutzt werden, das zuvor aufwändig renoviert worden war. Bei einem öffentlichen Ortstermin informierte Peter Synowski, Betriebsleiter des Abwasserwerks, jetzt über den Stand der Reparaturarbeiten. Zugleich wartete er mit einer Überraschung auf, denn er legte sich bereits auf einen konkreten Termin für die Wiedereröffnung fest. "Wir waren selbst verzweifelt", bekannte Synowski. Mehrfach musste die Wiedereröffnung verschoben werden. Denn seit September haben sich drei Mal undichte Stellen gezeigt. Wie der bauleitende Architekt Lothar Albert von Planteam Ruhr schilderte, wurde zunächst ein Haarriss an einer Einstromdüse sichtbar. Nachdem diese ausgetauscht worden war und das Becken befüllt wurde, stellten die Techniker eine weitere feuchte Stelle fest. "Ein bisschen undicht ist aber nicht dicht", meinte Albert. Diesmal lag es an der Dichtung eines Unterwasserscheinwerfers. Nach weiteren neun Tagen trat wieder ein Leck auf. Die Fehlersuche ist eine lange Prozedur. "Wir haben hier ja keine Badewanne", sagte Synowski. "Das Becken fasst 500 Kubikmeter Wasser, das Ablassen und das Befüllen dauert jedes Mal zwei Tage." Anschließend müssen laut Vorschrift 14 Tage abgewartet werden. Der Betriebsleiter des Abwasserwerks ist sicher, dass weitere Vorkommnisse jetzt nicht mehr zu erwarten sind. Seit Montag sind Fliesenleger am Werk. Sie müssen äußerst exakt arbeiten, denn bei der insgesamt 70 Meter langen Überlaufrinne ist eine Abweichung von maximal zwei Millimeter erlaubt. An einer erfolgreichen Durchführung hat Synowski keinen Zweifel. "Wir haben eine sehr zuverlässige Handwerksfirma beauftragt", sagte er. Im übrigen müsse jetzt nach vorn geschaut werden. Der Kleber benötige zwei Wochen zum Trocknen, das Wasser müsse behutsam eingelassen und die Technik eingerichtet werden. Wenn dann ein amtlicher Prüfer festgestellt hat, dass das Wasser sauber und keimfrei ist, könne der Badebetrieb wieder starten. Synowski stellte dafür den 12. März in Aussicht. Die Kosten der Reparaturarbeiten bezifferte er mit rund 250.000 Euro. Zur Klärung der Schuldfrage vor Gericht wollte er sich nicht weiter äußern. "Wichtig ist, dass wir das Bad wieder in Betrieb nehmen können", meinte er. "Wir können uns glücklich schätzen, dass wir in Oerlinghausen zwei Bäder haben. Der Stillstand war auch für uns frustrierend. Jetzt sehen wir Licht am Horizont." Durch das geschlossene Hallenbad habe das Abwasserwerk zwar keine Einnahmen, aber auch keine Ausgaben gehabt, verdeutlichte Synowski. Schließlich sei das Bad ein Zuschussgeschäft, "jeder Badegast kostet zwischen vier und acht Euro." Im Frühjahr werde er mit allen Schulen und Vereinen das weitere Vorgehen und die Belegungszeiten besprechen. "Wir wollen gemeinsam überlegen, wie es weitergeht", sagte Synowski. Für Peter Natermann, den Ehrenvorsitzenden der DLRG-Ortsgruppe Oerlinghausen, klangen die Erläuterungen glaubwürdig. "Wir setzen unsere Hoffnung darauf", sagte er. "Denn wir wollen im März wieder schwimmen."
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Im März wieder schwimmen
Ein Ende der Reparaturarbeiten im Hallenbad Helpup zeichnet sich ab
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