Detmold (kh). Warum in die Ferne schweifen, wenn das musikalische Glück vor der Haustür zu erleben ist? Ist das weltweit bekannte Auryn Quartett doch nicht nur eines der besten und ältesten Streichquartette, sondern zudem auch "Quartet in Residence" an der Detmolder Musikhochschule. Seit 2003 geben die Mitglieder des Auryn Quartetts ihre Erfahrungen als Professoren an den künstlerischen Nachwuchs weiter. Das Unterrichten wirkt dabei auch auf die eigene künstlerische Arbeit zurück. Und so laden Matthias Lingenfelder (Violine), Jens Oppermann (Violine), Stewart Eaton (Viola) und Andreas Arndt (Violoncello) erneut zum Auryn-Festival ein. Es findet an drei Abenden in der Zeit vom 15. bis 17. Mai im Konzerthaus der Hochschule für Musik statt.
In diesem Jahr wollen die vier Musiker neue Wege gehen, heißt es in einer Presseinformation der Hochschule; dazu haben sie ihre Formation um bedeutende Künstler erweitert. So können sich Kammermusikfreunde am ersten Festivalabend, Freitag, 15. Mai, etwa auf den Pianisten Peter Orth freuen. Orth, der an der Detmolder Musikhochschule sowohl eine Professur für Klavier als auch eine für Kammermusik innehat, übernimmt den Klavierpart in Robert Schumanns Klavierquintett Es-Dur op. 44, das als erstes Klavierquintett überhaupt Musikgeschichte geschrieben hat und im Zentrum des Konzertes steht. Das Streichquartett in G-Dur, op. 54, Nr. 1 von Joseph Haydn und Witold Lutoslawskis Streichquartett aus dem Jahr 1964 runden den Abend ab. Beginn ist um 19.30 Uhr.
Virtuose Spieltechniken am Streichinstrument – unter diesem Motto zeigt das Auryn Quartett auch am Samstag, 16. Mai um 19.30 Uhr neue Wege im Bereich der Kammermusik auf. Mit dem zeitgenössischen Werk "Black Angels" von George Crumb, das für elektronisches Streichquartett komponiert wurde, loten die Musiker die Grenzen jenseits des akustisch Wahrnehmbaren aus. Den zweiten Teil des Abends gestaltet das Hamburger Quintett "G-Strings". Die zwei Violinisten Stefan Pintev und Rodrigo Reichel sowie Vytas Sondeckis (Violoncello), Frank Skriptschinski (Kontrabass) und Jan Larsen an der Bratsche – allesamt Streicher des NDR-Sinfonieorchesters – gelten als Musiker der neuen Generation und verstehen es, mit innovativen Grenzgängen zwischen E und U, Klassik, Pop und Jazz zu begeistern.
Als besonderen Höhepunkt kündigen die Veranstalter das Gastspiel der renommierten Sopranistin Christine Schäfer am Sonntag, 17. Mai um 18 Uhr an. Auf dem Programm des das Festival abschließenden Konzertes stehen acht Lieder und ein Fragment von Felix Mendelssohn Bartholdy nach Gedichten von Heinrich Heine. Aribert Reimann (*1936) hat diese Stücke für Streichquartett und Sopran bearbeitet. Mit sechs eigens dazukomponierten Intermezzi entstand so der Zyklus "... oder soll es Tod bedeuten?". Arnold Schönbergs Streichquartett Nr. 2 op. 10 in fis-Moll sowie "Sechs Gesänge" op. 107 (Robert Schumann/Aribert Reimann) für Streichquartett und Sopranstimme komplettieren den Abend.
Eintrittskarten zum Preis von 20, 15 bzw. 10 Euro je nach Sitzplatzkategorie gibt es im Haus der Musik (Krumme Straße 26, Telefon 05231/302078). Studierende und Schüler haben freien Eintritt.
