LANDKREIS (ih). Ihr Job geht ins Große: Die Notfallseelsorger in Schaumburg sind immer dann gefragt, wenn die Seele einen Halt braucht. Meistens überbringen sie Todesnachrichten und versuchen, die Menschen in diesem Moment der persönlichen Katastrophe aufzufangen.
Pastor Norbert Kubba aus Lauenhagen ist Schaumburgs leitender Notfallseelsorger. Immer dann, wenn es zu "Großschadenslagen" kommt, koordiniert er seine Kollegen. "Als "Erster unter Gleichen" habe ich Kontakt zu den Kollegen und der Einsatzleitung", so Kubba. Er koordiniert dann Termine, beantwortet Fragen und gibt Informationen weiter. Sein Stellvertreter ist Pastor Dieter Meimbresse aus Lauenau. Er gehört zu Landeskirche Hannover. Die grenzübergreifende Zusammenarbeit aber funktioniert im Schaumburger Land einwandfrei.
Alle Notfallseelsorger haben eine Ausbildung, die eine bestimmte Gesprächsführung beinhaltet. Damit können Seelsorger und Angehörige gemeinsam Struktur in das emotionale Chaos bringen. Zuhören sei unheimlich wichtig, so Kubba. Die Betroffenen erleben oft immer wieder bestimmte Bilder, hören Geräusche und reagieren darauf. Mit ihnen im einfühlsamen Gespräch dieses emotionale Chaos wieder zu sortieren, helfe den Menschen wieder zurück ins Leben. Norbert Kubba ist selbst nicht nur Pastor sondern auch Feuerwehrmann. Er weiß aus seiner aktiven Zeit, wie es ist, im Einsatz zu sein. Die Belastung für die Kameraden der freiwilligen Feuerwehren sei enorm hoch. Auch sie tragen Bilder eines Unfallortes oft ein Leben lang mit sich herum. Daher bietet er auch immer wieder für die Rettungskräfte Gespräche und Vorträge an. Auch die Notfallseelsorger selbst kümmern sich um ihre Seele. Denn sie sind, genau wie die Kameraden auch, an den Einsatzorten, sehen Verunfallte und müssen die Trauer der Angehörigen aushalten. Kubba selbst hat beispielsweise einen Seelsorge-Partner im Kollegen-Kreis. Außerdem gibt es eine Supervisionsgruppe. "Für mich sind diese Situationen aber kein Bruch," so Kubba. "Der Tod gehört zum Leben." Er selbst könne keine Erklärungen für das Leid geben Er wisse genau, dass Gottes Hilfe und andere Menschen einen durch das Leid tragen könnten. "So ein Mensch möchte ich sein." Es gehe dabei nicht um Mission oder Verkündigung, sondern um Erste Hilfe für die Seele.
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