1. Zwischen Chance für das Dorf oder der kulturellen Sackgasse

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    LANDKREIS (ih). Eigentlich ging es um die Erweiterung der Orgelbauverordnung. Doch im Verlauf der Diskussion zu Tagesordnungspunkt 2 der Synode der evangelisch-lutherischen Landeskirche kam es zu einer Grundsatzdiskussion über Pfeifenorgeln.

    Die Fachleute stellten die lange Tradition des historischen Instrumentes, die Handwerkskunst und den lebendigen Ton in den Mittelpunkt. Die Laien kritisierten die Wartungs- und Pflegekosten und verwiesen auf die schwierige Organistensuche, gerade in den Landgemeinden. "Hier fehlt das Personal." Sagte Pastor Jan-Uwe Zapke (Bückeburg).

    Er hatte bereits im Herbst einen Antrag gestellt: Damals war er noch Pastor in der Kirchengemeinde Probsthagen. Die Orgel aus den 1960er Jahren muss überholt werden. Die Kirchengemeinde überlegte die Neuanschaffung einer elektronischen Orgel. Dafür gibt es laut Orgelverordnung keine Zuschüsse. Auch der Abbau einer Pfeifenorgel, um neuen Platz zu schaffen, ist genehmigungspflichtig. Beides soll sich ändern, die Kirchengemeinden sollen selbst entscheiden dürfen, wie sie mit ihren Orgeln verfahren. Pastor Wilhelm Thürnau (Großenheidorn) unterstützte das Anliegen. "Unsere Orgel ist Schrott".

    Die Landeskirche hatte Tillman Benfer, Professor an der Hochschule der Künste in Bremen und Orgelfachmann, eingeladen. In einem Impulsvortrag deckte er das Dilemma gerade kleiner Gemeinden auf, die immer wieder vor der Entscheidung Pfeifen- oder Elektroorgeln stehen. Aus seiner Erfahrung heraus hätten sich selbst kleine Gemeinden für Pfeifenorgeln entschieden. Der lebendige Klang habe am Ende überzeugt.

    Auch Christian Richter, Orgelbeauftragter der Landeskirche Schaumburg-Lippe verwies auf den Klang. "Die Landeskirche macht sich dafür stark, dass der Bestand an Pfeifenorgeln gepflegt wird." Elektroorgeln seien eine kulturelle Sackgasse.

    "Kirchemusik gehört in die Gemeinden", sagte Zapke. "Warum also nicht die Laien vor Ort entscheiden lassen?"

    Die Gemeinden müssten eben selbst dafür sorgen, so Pastor Heinz Schultheiß. "Sammelt, wenn Ihr eine Elekto-Orgel wollt", rief er den Kollegen zu. Mit guten Argumente ließe sich das Geld zusammengekommen. "Bach auf einem künstlichen Instrument zu hören, ist ja gruselig."

    Am Ende blieb alles so, wie es ist: 15 Synodale stimmten für die bestehende Orgelbauverordnung, 12 wollten eine Änderung.

    Grundsätzlich verboten sind Elektroorgeln weiterhin nicht. In der Umsetzung vor Ort hingegen wird es für die Kirchengemeinden schwierig. In Probsthagen und Großenheidorn können die Gemeindeglieder nicht auf die Unterstützung der Landeskirche zählen. Foto:ih

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