LANDKREIS (ih). Die evangelisch-lutherische Landeskirche geht künftig in die Offensive: Die ersten Ergebnisse des Zukunftsprozesses lassen darauf schließen. Sie wurden während der Synode am vergangenen Wochenende in Bad Eilsen von den acht Initiativgruppen vorgestellt.
Ganz konkret gibt es bereits einige Termine: Am 8. Oktober lädt die Landeskirche alle Gemeindekirchenräte ein. Rund 550 Teilnehmer haben bereits zugesagt. Wertschätzung für das Ehrenamt soll mit dieser Veranstaltung deutlich werden. Im Juni 2013 könnte es einen "Tag der Landeskirche" geben. Insgesamt sind "Wir-Tage" angedacht, bei denen sich Menschen spezieller Arbeits- oder Schwerpunktgruppen austauschen und vernetzen können. Vernetzung und Öffentlichkeitsarbeit soll künftig mehr Gewicht bekommen. Eine ganze Stelle sieht die Arbeitsgruppe dafür vor. Die Landeskirche und ihre Themen sollen vor Ort fester verankert werden: Über Zeitungen, Radio und Online-Portale wie facebook und co. Die Landeskirche wird künftig in allen Bereichen der Gesellschaft einen aktiven Platz bekommen. Seelsorge im neuen Klinikum ist angedacht, ein dichtes Netz an Nachbarschaftshilfen sorgt vor Ort für ein lebendiges Miteinander.
Die Beratung von Familien, die enge Bindung von Kindern an die Gemeinden und neue Formen des Gottesdienstes sollen die ursprünglichen Stärken von Gemeinde und Kirche wieder in den Mittelpunkt rücken. Die Ideen sind reichhaltig und unterschiedlich weit entwickelt. Die Finanzierung ist in den meisten Fällen unklar. Deutlich wird aber, dass ein professionelles Fundraising angedacht werden müsste. Viele Gruppen setzen auf Stiftungen, Spenden und Partnerschaften für ihre Projekte.
Die Initiativgruppen setzen sich mit den Themen Gemeinschaft stärken, Öffentlichkeitsarbeit, Personal- und Qualitätsentwicklung, Ressourcen, Diakonie, Kinder- und Jugendarbeit, Familienarbeit, Räume geistlicher Erfahrung und missionarische Kompetenz auseinander. Mittelsmann und Ansprechpartner ist Pastor Ulrich Hinz aus Meinsen.
Bereits während der Zukunftskonferenz Anfang Januar in Loccum hatten die Teilnehmer eine Offenheit und Transparenz für ihre Kirche der Zukunft aufgebracht. Bis zum Jahr 2021 entwickelten rund 80 Teilnehmer Visionen und Ziele, wie die evangelisch-lutherische Landeskirche Schaumburg-Lippe künftig aussehen soll. Konkrete Handlungsempfehlungen sollen der Synode für das Frühjahr 2012 vorliegen. Foto:ih