LANDKREIS (ste). Der gesundheitspolitische Sprecher der FDP, Heiner Schülke, und Renate Jobst als stellvertretende Kreisvorsitzende und sozialpolitische Sprecherin des Kreisverbandes Schaumburg, wandten sich jetzt während eines Besuchs des Gesundheitsministers Dr. Rösler in Bückeburg an ihn, um den Pflegebegriff dem Bedürfnis von Demenzkranken anzupassen. Viele Demenzkranke gelten als nicht hilfebedürftig - sie sind es in der Realität aber doch. "Deshalb müssen wir den Pflegebegriff neu definieren und ihn um Demenzerkrankungen erweitern", heißt es in dem Schreiben, das sie dem Minister übergaben. Sie forderten auch, in der Pflege die Bürokratie erheblich zu reduzieren. "Dieser Papierkrieg", so Renate Jobst im Gespräch mit Dr. Rösler, habe inzwischen unvertretbare Ausmaße angenommen und gehe zu Lasten der Zeit, die für die Pflege des Menschen erforderlich sei; und auch die menschliche Zuwendung komme einfach zu kurz, wenn man sich mehr um Formulare als um den Menschen
kümmern müsse. Die Liberalen befürchten auch, dass dieser Bürokratismus bei der Berufswahl für junge Menschen eher eine abschreckende als eine motivierende Wirkung haben könnte. Den Plan der Bundesregierung, die Ausbildungen in der Alten-, Gesundheits-, Kranken- und Kinderkrankenpflege zusammenzuführen, wurde von Paul-Egon Mense, dem Vorsitzenden der Schaumburger Liberalen befürwortet,
weil dadurch das Berufsfeld deutlich attraktiver wird und mehr Entwicklungsmöglichkeiten bietet.