1. Den Fokus mehr auf die Kinder richten

    Ausstellung "Gegen Gewalt in Paarbeziehungen" klärt auf / Speziell für Schulklassen / Die Öffentlichkeit sensibilisieren

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    LANDKREIS/BAD NENNDORF (pd). "Kinder leiden mit wenn Gewalt in Paarbeziehungen herrscht", macht Ingetraud Wehking vom BASTA Mädchen- und Frauenberatungszentrum in Stadthagen klar. Mit dieser Thematik befasst sich auch die "Arbeitsgruppe Kind" des Landkreises Schaumburg. Um die Öffentlichkeit mehr dafür zu sensibilisieren, hat der Arbeitskreis die landesweite Ausstellung "Gegen Gewalt in Beziehungen" des Landeskriminalamtes in den Landkreis geholt. Vor allem Schüler und Lehrer, aber auch Jugendbetreuer oder Trainer, die mit Kindern und Jugendlichen arbeiten, sollen sich die Ausstellung anschauen, die vom 28. Februar bis 4. März in Bad Nenndorf und vom 7. bis 11. März in Rinteln zu sehen ist.

    Sie wollen die Auswirkungen von häuslicher Gewalt auf Kinder und Jugendliche mehr in den Mittelpunkt rücken: Ann-Katrin Wunder (v.li.), Birgit Schaper-Gerdes, Inga Guhl, Michael-Andreas Meier, Sabine Fischer, Ingetraud Wehling und Annette Schedewy haben eine Ausstellung zum Thema ins Schaumburger Land geholt.

    "Über ein Fünftel aller Kinder und Jugendlichen erleben zu Hause ein Klima von Gewalt und Demütigung" führen die Mitglieder der "Arbeitsgruppe Kind" auf. Vor dem Hintergrund dieser Erkenntnis hat sich vor einigen Jahren aus dem "Runden Tisch" des Landkreises zur Problematik "Häusliche Gewalt" diese besondere Gruppe gebildet. Deren Hauptanliegen ist, die Mit-Betroffenheit von Kindern durch die Partnergewalt ihrer Eltern mehr in den Focus zu rücken.

    In dieser Arbeitsgruppe sind vertreten: BISS Beratungs- und Interventionsstelle gegen Häusliche Gewalt (AWO), Frauenhaus Schaumburg (AWO), Jugendamt des Landkreises Schaumburg, Außenstellen Bad Nenndorf, Lindhorst, Bückeburg, Kinderschutzbund Schaumburg, Polizeikommissariat Bad Nenndorf, BASTA Mädchen- und Frauenberatungszentrum. Für die Ausstellung kooperieren die Teilnehmer mit der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Rinteln und dem Polizeikommissariat Rinteln.

    Vorrangiges Ziel der interdisziplinären Zusammenarbeit in der Arbeitsgruppe ist die Verbesserung der Situation von Kindern und Jugendlichen. Es sollen Wege aus Krisen ausgelotet und angeboten werden. Die "Netzwerkpartnerschaft" der verschiedenen Institutionen kann konkrete Hilfsangebote machen und begleiten. Behörden wie die Polizei sollen noch mehr für das Thema sensibilisiert werden. "Es ging in der Vergangenheit oft nur um die Konflikte der Partner, weniger um die Nöte, Ängste und Sorgen der Kinder in den betroffenen Familien", so Michael-Andreas Meier von der Polizei Bad Nenndorf.

    Für den Besuch der Ausstellung haben die Verantwortlichen schon kräftig in den Schulen des Landkreises geworben. "Mit Erfolg", wie Ingetraud Wehking bestätigen kann. Die Ausstellung wird sowohl in Bad Nenndorf als auch in Rinteln jeweils von 9 bis 17 Uhr zu sehen sein, wobei die Vormittage hauptsächlich den Schulklassen vorbehalten sein werden, die schon umfassend über die Ausstellung informiert wurden. Diese ist interaktiv aufgebaut, dass heißt die Betrachter werden aktiv mit eingebunden. Zum Beispiel bei einem Partnerschaftstest.

    Nach dem Rundgang durch die Ausstellung soll das Thema in geschlechtspezifischen Gruppen ausführlich besprochen werden. Dabei sollen die Jugendlichen auch Ansprechpartner kennenlernen, die im Notfall helfen können. Abgerundet wird die Ausstellung in Bad Nenndorf durch zahlreiche Vorträge. Eingebettet in die Veranstaltung wird am Mittwoch, 2. März, der "Runde Tisch gegen Häusliche Gewalt" anstatt wie üblich im Kreishaus in der Bad Nenndorfer Wandelhalle zusammen kommen. Die Ausstellung ist in der Kurstadt im Hofrat Schröter Raum im "Haus Kassel" zu finden. In Rinteln ist der "Ratskeller" der Austragungsort. Foto:pd

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