1. Reisefreudiger Pörtner gesteht "Notlüge"

    Auf Einladung der Moon-Sekte unterwegs

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    LANDKREIS (hb/m). In der Ausgabe vom 23. Dezember hat auch das Schaumburger Wochenblatt über die Reise des ehemaligen CDU-Landtagsabgeordneten Friedel Pörtner nach New York berichtet. Pörtner hatte in seiner Pressemitteilung - wie auch bei früheren Reisen nach Seoul und Nairobi - behauptet, auf Einladung einer "Unterorganisation der UNO" an einer Friedenskonferenz teilgenommen zu haben. Inzwischen hat Pörtner gegenüber den Schaumburger Nachrichten eingeräumt, dass es sich um Treffen eines Ablegers der "Moon Sekte" gehandelt hat. Er habe "im Auftrag des Verfassungsschutzes" gehandelt, was dieser als "blanker Unsinn" kommentiert.

    Da die "Moon Sekte" in der Vergangenheit auch schon einmal in den Blick deutscher Verfassungsschützer geraten war, hatte Pörtner seinerzeit Kontakt zum damaligen Chef des Niedersächsischen Verfassungsschutzes, Günther Heiß, aufgenommen. "Ich sollte observieren und Bericht erstatten", will Pörtner von Heiß zu einer Teilnahme "ermuntert" worden sein. Auch der Niedersächsische Innenminister Uwe Schünemann habe das abgenickt. Bezahlen brauchte der ehemalige CDU-Landtagsabgeordnete für die Reisen in die noblen Konferenz-Hotels außer der Verpflegung nichts; denn sämtliche Kosten habe "Multimilliardär Moon" übernommen.

    Die in den Pressemeldungen verwendete Formulierung "eine Unterorganisation der UNO" räumt Pörtner als "Notlüge" ein. "Ich konnte die Sache doch nicht auffliegen lassen - es war im Auftrag des Verfassungsschutzes, ich habe doch nur meinem Land dienen wollen", so Pörtner. Schünemann sieht das ganz anders und kann sich nicht vorstellen, "eine derartige Reise Pörtners durch Kopfnicken oder sonst wie gebilligt zu haben". Verfassungsschützer Heiß bestätigt, Anfang 2007 von Pörtner angesprochen worden zu sein. Die Behauptung, "im Auftrag des Verfassungsschutzes gehandelt zu haben", sei "blanker Unsinn". Er habe Pörtner in keiner Weise zu der Reise offiziell ermuntert. Heiß will Pörtner damals mitgeteilt haben, "dass die Organisation in Deutschland aus Sicht des Verfassungsschutzes nicht auffällig" gewesen sei. Zudem sei der Verfassungsschutz für die Beobachtung von Konferenzen im Ausland überhaupt nicht zuständig. Er habe Pörtner auch schon deshalb keinen "Auftrag" erteilen können, weil sich der Verfassungsschutz niemals des Dienstes eines Abgeordneten bedienen dürfe. Werden unserem Land Nachteile entstehen, wenn Friedel Pörtner nach seiner Enttarnung als Geheimagent nicht mehr zu Weltfriedenskonferenzen eingeladen wird?

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