LANDKREIS (ih). Als Dr. Karl-Hinrich Manzke sein Amt als Landesbischof antrat, war die Debatte um die Zukunft der Konföderation in einer "gewissen Sackgasse". Doch die kleine Landeskirche Schaumburg-Lippe kommt um die Zusammenarbeit mit ihren Nachbarn nicht herum. Der Beratungsprozess sei nicht zu vermeiden, so Manzke vor der Synode im Frühjahr. "Es ist notwendig." Das Schaumburger Wochenblatt hat kurz vor dem Start des Ad-hoc-Ausschusses bei Landesbischof Dr. Karl-Hinrich Manzke nachgefragt, wie sich die Landeskirche Schaumburg-Lippe die Zusammenarbeit vorstellen kann und welche Erwartungen sie an den Ausschuss hat.
SW: "Stellen Sie unseren Lesern bitte kurz dar, in welchen Bereichen es bereits eine Zusammenarbeit mit einer anderen Landeskirche der Konföderation gibt?"
Dr. Karl-Hirnich Manzke: "Die niedersächsischen evangelischen Kirchen in Niedersachsen arbeiten in über 40 Arbeits- und Sachbereichen zusammen. Bezogen auf die Anstellung von Schulpastoren, Krankenhausseelsorge, im Bereich der Erwachsenenbildung, um nur einige inhaltliche Beispiele zu nennen. Zudem haben die evangelischen Kirchen eine gemeinsame Dienststelle der Konföderation in Hannover, die von einem Juristen geleitet wird. Die Kirchen arbeiten zusammen verwaltungsmäßig in der Verteilung der Kirchensteuermittel, in Fragen des Datenschutzes und des Dienstrechtes sowie in der Frage der Mitarbeitervertretungsrechte. Insgesamt sind es, wie gesagt, 40 Sachbereiche kirchlichen Handelns. Ein ähnliches Modell der Zusammenarbeit von mehreren Kirchen in einem Bundesland ist mir im Zusammenhang der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) nicht bekannt. Insofern hat die Konföderation auch eine Erfolgsgeschichte. "
SW: "Wo gibt es aus Sicht der Landeskirche Schaumburg-Lippe weitere Möglichkeiten zur Kooperation?"
Dr. Karl-Hirnich Manzke: "Die Frage der weiteren Kooperationsungleichheit ist nicht so sehr das entscheidende Thema dieser Beratung. Im Laufe der Jahre haben sich Veränderungen ergeben, zum Beispiel im Pfarrerdienstrecht. Das ist von der Konföderation auf EKD-Ebene ausgewandert und verlagert. Es ist sicherlich zu fragen, wo Doppelstrukturen entstanden sind, dass die Kirchen sich vorweg untereinander absprechen und dann in der Konföderation, zumal sie auch noch eine Synode unterhält, die schon getroffenen Absprachen noch einmal durchgesprochen werden. Die Frage der zukünftigen Zusammenarbeit geht also insofern eher dahin, Absprachen und Arbeitsfelder zu konzentrieren und zusammenzufassen. "
SW: "Was erwartet die Landeskirche Schaumburg-Lippe von dem Ausschuss?"
Dr. Karl-Hirnich Manzke: "Die Landeskirche Schaumburg-Lippe hat mit ihrer Synode am 29. Mai dem Beratungsprozess, ergebnisoffen über die Zukunft der Zusammenarbeit selbstständig bleibender evangelischen Kirchen nachzudenken, einstimmig zugestimmt. Sie erwartet von diesem Prozess zum einen die Würdigung der Leistungen der Konföderation und die Bewusstmachung dieses Modells von Zusammenarbeit, das in der EKD beinahe singulär ist. Und die Landeskirche Schaumburg-Lippe erwartet, dass die gewachsene regionale Identität der Kirchen in Niedersachsen dabei im Blick bleibt und auch zukünftig gewahrt bleibt. Und die Landeskirche Schaumburg-Lippe erwartet im Rahmen dieser Beratung auch eine Schärfung ihres eigenen Profils."