BAD NENNDORF (nb). Der Polizeipräsident der Polizeidirektion Göttingen, Robert Kruse, und Gesamteinsatzleiter Frank Kreykenbohm bescheinigen dem Versammlungstag "einen positiver Verlauf" ohne nennenswerte Vorkommnisse. Nachdem im Vorfeld der Veranstaltungen viel diskutiert worden war, scheint das Konzept der räumlichen Trennung von "Links" und "Rechts" weitgehend aufgegangen zu sein. "Nur durch konsequentes Einschreiten und flexibles Zusammenziehen von Polizeikräften konnten größere gewalttätige Auseinandersetzungen vermieden und damit der Einsatzerfolg sichergestellt werden", bilanziert Kreykenbohm. Insgesamt wurden 17 Personen vorläufig in Gewahrsam genommen und Strafanzeigen wegen Verstößen gegen das Versammlungsgesetz, Landfriedensbruch, Körperverletzung sowie Widerstand bearbeitet. "Wir gehen davon aus, dass sich rund 300 Linksextremisten im Einsatzraum aufgehalten haben", so Kreykenbohm. Diese versuchten in Kleingruppentaktik Absperrungen zu durchbrechen, um auf die Aufzugstrecke des Trauermarsches zu gelangen. Auf der Bahnhofstraße kam es zu zwei Sitzblockaden durch Bürger, die sich nach Aufforderung durch die Polizeikräfte von der Fahrbahn entfernten. Zudem gelang es einer vierköpfigen Gruppe auf der Marschroute, kurz vor dem Wincklerbad, eine Betonpyramide hinzustellen und sich daran zu befestigen. Die Gruppe wurde durch starke Polizeikräfte abgeschirmt und der Aufzug an der Pyramide vorbei geführt. Während des gesamten Aufmarsches kam es aus der linken Szene immer wieder zu Durchbruchsversuchen an den Polizeiabsperrungen.
Bei diesen Aktionen wurden mehrere Polizeibeamte verletzt. "Beim Trauermarsch haben wir besonders auf die Einhaltung der Auflagen geachtet und Verstöße konsequent verfolgt", erklärt der Einsatzleiter. So wurde entgegen der Ansage der Polizei bei der Abschlusskundgebung ein strafrechtlich relevantes Lied gesungen, mit der Folge, dass gegen den Versammlungsleiter und den Teilnehmern Strafverfahren eingeleitet wurden.