1. Klares Nein zu weniger Geld

    Mitarbeiter des Klinikums Schaumburg lehnen Gehaltsverzicht ab / Mitarbeiterversammlung am kommenden Donnerstag

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    LANDKREIS (ih). Weniger Geld, dafür einen sicheren Arbeitsplatz: Dieses Angebot der Arbeitgeber haben die Beschäftigten des Klinikums Schaumburg abgelehnt. 82,7 Prozent der über die Gewerkschaft verdi organisierten Mitarbeiter stimmten auf einer Mitgliederversammlung mit Nein. Auch die im Marburger Bund organisierte Ärzteschaft hat das Angebot abgelehnt.

    4,8 Prozent weniger Gehalt über sieben Jahre: So soll der Beitrag der Mitarbeiter des Klinikums Schaumburg zur Reduzierung der immensen Schulden aussehen. Zehn Millionen Euro müssen im Bereich der Personalkosten eingespart werden. Im Gegenzug hatte der Arbeitgeber angeboten, sieben Jahre lang auf betriebsbedingte Kündigungen zu verzichten. Die einzige bisher bekannte Alternative zum Gehaltsverzicht ist die Schließung des Standortes Rinteln. 320 Stellen würden dann gestrichen. Am kommenden Donnerstag, dem 27. Oktober findet die nächste Personalversammlung im Schulzentrum Obernkirchen statt. Ab 18 Uhr informieren die Arbeitnehmervertreter die Mitarbeiter beider Standorte über die Situation und stellen die Frage, wie es weiter gehen soll.

    Am 3. Juni kommen Arbeitnehmer und Arbeitgeber zurück an den Verhandlungstisch.

    Der Gehaltsverzicht hätte für viele Krankenschwestern und Pfleger einen spürbaren Einschnitt bedeutet. Rund 1300 Euro hat eine Krankenschwester im normalen Stationsdienst am Ende des Monats auf ihrem Konto. Circa 60 Euro weniger kämen mit dem Gehaltsverzicht auf sie zu. Ob ein Paar Winterschuhe für die Kinder oder die Reparatur des Autos, ungeplante Ausgaben sind dann nur schwer zu realisieren.

    Dass zehn Millionen Euro über Personalkosten eingespart werden müssen, ist Voraussetzung für den Vertrag des Gesamtklinikums Schaumburger Land mit dem künftigen Träger ProDiako gewesen. Ob der Gehaltsverzicht oder die Schließung des Standortes Rintelns wirklich die einzigen Möglichkeiten zur Senkung des Defizites sind, müssen die Arbeitnehmer und Arbeitgeber gemeinsam herausfinden.

    Foto:ih

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