LANDKREIS (em). Das Vorgehen der Stralsunder ARGE gegen Dumpinglöhne hat die Gruppe Grüne/WIR im Kreistag Schaumburg zum Anlass genommen, nach den Beschäftigungs-und Bezahlungsverhältnissen der Schaumburger "Aufstocker" von Hartz IV- Bezügen zu fragen.
Die Stralsunder Arbeitsgemeinschaft (ARGE) sei in mehr als 51 Fällen wegen Lohndumping gegen Arbeitgeber vorgegangen und habe laut Geschäftsführer Peter Hüfken bereits 110.000 Euro eintreiben können. Außerdem erwartet Hüfken noch 44.000 Euro aus weiteren Prozessen. Durch das sittenwidrig niedrige Entgelt seien die ARGE-Kunden weiter auf die Leistungen der ARGE angewiesen.
"Wir wollen wissen, ob es solche Fälle von steuerfinanziertem Lohndumping auch in Schaumburg gibt und wie unser Jobcenter dagegen vorgeht" so die Grüne Kreistagspolitikerin Marion Lenz.
"Außerdem interessiert uns natürlich die Frage, ob es Sanktionen gibt, wenn Menschen nicht bereit sind, zu Hungerlöhnen zu arbeiten." Dabei gehe es den Grünen aber ausdrücklich nicht darum, der aktuellen Debatte weitere schrille Töne hinzuzufügen.
Sie erhofften sich vielmehr eine Versachlichung des Themas, um den betroffenen Menschen angemessen helfen zu können, heißt es in einer Pressemitteilung.