1. Zwei IGS sind beschlossen

    Debatte um Notwendigkeit von weiteren Gesamtschulen im Kreistag

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    LANDKREIS (ih). Bahn frei für zwei weitere Integrierte Gesamtschulen (IGS) im Schaumburger Land. Am vergangenen Dienstag hat der Kreistag beschlossen, das Schulzentrum Lindhorst sowie die Haupt- und Realschule in Rinteln aufgelöst und in IGS umgewandelt werden. Zum neuen Schuljahr, dem 1. August 2010 ergänzen die beiden Standorte dann das bereits Gesamtschulangebot im Landkreis Schaumburg.

    Die Anträge dafür hatte die Kreisverwaltung bereits vorab beim niedersächsischen Kultusministerium eingereicht. Ganz ohne Bedenken ging der Antrag allerdings nicht über die Bühne: 14 Kreistagsmitglieder stimmten dagegen. Gunter Feuerbach (CDU) nahm die Zahlen in den Blick und rechnete vor, dass langfristig der Bedarf für zwei weitere Gesamtschulen im Landkreis nicht gegeben sei.

    Zwar haben kreisweit im letzten Sommer 208 Kinder keinen Platz an einer der vier vorhandenen IGS bekommen, berichtete Marina Brandt (SPD), Vorsitzende des Schulausschusses. Doch in den nächsten Jahren gehen die Schülerzahlen zurück, sodass die vom Land geforderte 5-Zügigkeit absehbar nicht mehr gewährleistet wäre.

    Dieses Argument bewog auch Ignatz Stegmiller (FDP), sich in der Abstimmung zu enthalten. "Es wird nicht funktionieren, sechs IGS langfristig zu unterhalten." Er sah im demographischen Wandel eine Chance: Mehr Lehrer für weniger Schüler würden eine bessere Schulversorgung mit sich bringen.

    Selbst ein großer Befürworter des Modells Gesamtschule meldete Bedenken an. Herwig Henke (SPD) regte an, den Antrag zu verschieben. "Wir müssen genau nachdenken, wie wir mit den Plätzen umgehen. Irgendwann ist das ausgereizt." Er halte zwei weitere Gesamtschulen für bedenklich. Eine hätte zunächst gereicht.

    Die Haupt- und Realschulen dürften nicht vernachlässigt werden, weil das 3-gliedrige Schulsystem für Niedersachsen derzeit noch Bestand habe.

    Henke wollte den drei neuen IGS Zeit geben, zu arbeiten und in ein bis zwei Jahren erneut den Bedarf überprüfen. Dieser Zeitraum sei für die Schulstandorte "kein Beinbruch" und würde weitere Zahlen zu Schülerzahlen, Einzugsbereichen und weiterem bringen.

    Am Ende der Debatte stimmten 36 Kreistagsmitglieder jedoch für die Errichtung der IGS in Lindhorst und Rinteln. 14 Mitglieder votieren mit einem Nein und drei enthielten sich.

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