LANDKREIS (hb/m). Das Wasserschutzgebiet Großenwieden bietet seit kurzem ein neues Zuhause für den heimischen Weißstorch. Der NABU Hessisch-Oldendorf/Hameln ließ mitten in der ungestörten Natur ein großzügiges Storchennest aufstellen, um die Heimkehrer aus dem Süden im Frühjahr dort langfristig anzusiedeln.
Die hierfür benötigte Grundstücksfläche wurde von den Stadtwerken Schaumburg-Lippe gerne und unbürokratisch zur Verfügung gestellt. Unterstützt wurde das Projekt zudem von der unteren Naturschutzbehörde Hameln.
Im Wasserschutzgebiet Großenwieden gewinnen die Stadtwerke über drei Brunnen Trinkwasser aus eiszeitlich abgelagerten Terrassenkiesen der Weser aus rund 10 Kilometer Tiefe. Gemeinsam mit dem Grundwasservorkommen im Bereich des Wasserwerkes Engern/Ahe dient es der Versorgung der Kunden der Stadtwerke Schaumburg-Lippe.
Die Zusammenarbeit zwischen NABU und Stadtwerken in diesem schützenswerten Gebiet begann vor rund drei Jahren. Schon in der Vergangenheit hatte der NABU auf dem Gelände Sitzstangen für Greifvögel errichtet, und im Frühjahr dieses Jahres wurde dort das Insektenhotel "Zur wilden Biene" eröffnet.
Das neueste Projekt wurde kürzlich gemeinsam von den Stadtwerken Schaumburg-Lippe, vertreten durch Dietmar Steinmeier, Wassermeister bei den Stadtwerken, und Michael Sokoll, Technischer Leiter, sowie dem Vertreter des NABU, Klaus Göring, eingeweiht. Im Vorfeld wurden alle wasserrechtlichen und baurechtlichen Bedingungen erfüllt; sogar eine Baugenehmigung für das neue Eigenheim wurde eingeholt.
Die älteren Bewohner aus Großenwieden wissen noch zu erzählen, dass es bereits vor rund 60 Jahren Störche in der Region gab.
Ein damals regelmäßig bewohntes Nest fiel jedoch einem heftigen Sturm zum Opfer. Wenn die Störche im Frühjahr aus ihren Winterquartieren aus dem Süden zurückkehren, werden sie hoffentlich das neu angebotene Eigenheim in Großenwieden beziehen.