1. Hier ist Medienerziehung gefragt

    Kinder besser schützen / Eltern schätzen Surfgewohnheiten falsch ein

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    HANNOVER (nb). Niedersachsens Sozialministerin Mechthild Ross-Luttmann hat von Web 2.0-Betreibern mehr Anstrengungen für den Kinder- und Jugendschutz gefordert. Anlässlich der Veröffentlichung des Jahresberichtes von jugendschutz.net sagte Ross-Luttmann: "Web 2.0-Betreiber müssen Kinder und Jugendliche im Internet besser schützen. Betreiber dürfen nicht länger nur gegen gemeldete Verstöße vorgehen. Kinder und Jugendliche unterschätzen Gefahren im Internet leichter als andere." Das Web 2.0 übt eine ungebrochene Faszination auf Kinder und Jugendliche aus. Videoplattformen und Soziale Netzwerke gehören für sie inzwischen zu den meistgenutzten Internet-Angeboten. Häufig werden sie dort aber auch mit gefährdenden Inhalten konfrontiert, gemobbt oder sogar sexuell belästigt. Erstmals registrierte die Zentralstelle der Länder für den Jugendschutz im Internet mehr als 3.000 neue Verstöße. Auf Videoplattformen beanstandete jugendschutz.net 1.460 Gewalt- und Neonazi-Filme, in Sozialen Netzwerken waren es überwiegend pornografische Beiträge, rechtsextreme Hasspropaganda und sexuelle Belästigungen.

    Auf unzulässige Angebote stößt jugendschutz.net über Hinweise aus der Bevölkerung und gezielte eigene Recherchen. 2008 bearbeitete das Team 10.800 Beschwerden und Anfragen, kontrollierte 6.390 Websites, beobachtete regelmäßig die 69 wichtigsten Chats und Communities und wertete mehr als 12.800 Fundstellen in Suchmaschinen und auf Videoplattformen aus. Ein Großteil der Eltern schätzt zudem die Surfgewohnheiten der Kinder falsch ein und beaufsichtigt den Internet-Konsum sowohl hinsichtlich der Inhalte als auch der Dauer nie oder nur selten. "An dieser Stelle ist die elterliche Medienerziehung gefragt", so Ross-Luttmann. Erfolgreich ist das in Niedersachsen entwickelte Projekt der "Eltern-Medien-Trainer". Diese bieten Eltern Kurse im Umgang mit der Mediennutzung ihrer Kinder, vor allem mit Internet, Fernsehen, Computer und Handys. Großen Zuspruch haben auch die von der Landesstelle Jugendschutz organisierten LAN-Partys für Eltern gefunden.

    Das Faltblatt "Surfen – Kinder sicher online" stellt übersichtlich technische Hilfen für eine sichere Internetnutzung wie beispielsweise Jugendschutzprogramme, geeignete Konfigurationen für den PC und gesicherte Surfräume dar. Weitere Informationen über die Eltern-Medien-Trainer unter www.eltern-medien-trainer.de und bei der Landesstelle Jugendschutz Niedersachsen, Leisewitzstraße 26, 30175 Hannover unter der Nummer 0511/858788.

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