LANDKREIS (nb). Eine Woche nachdem die evangelischen Kirchen und ihre Diakonie in Niedersachsen eine Pflegekampagne zur Bundestagswahl 2009 gestartet haben, hat jetzt auch die Caritas erklärt, sich der Kampagne mit ihren Forderungen für eine Verbesserung in der Pflege anzuschließen.
Dr. Hans-Jürgen Marcus, Direktor des Caritasverbandes für die Diözese Hildesheim, sagte: "Die Entgelte der Kostenträger in der Altenpflege in Niedersachsen sind zu niedrig. Es ist der Punkt erreicht, an dem es nicht mehr am Können und der Bereitschaft der Helferinnen und Helfer liegt, ob Pflege den Bedürfnissen angemessen und würdig erfolgt, sondern an denjenigen, die Verantwortung für die Gesetzgebung und eine gerechte Gesellschaft tragen. Der Caritasverband für die Diözese Hildesheim unterstützt deshalb die Kampagne "Ich mach mich stark für die Pflege". Noch vor der Bundestagswahl sollen dazu Politikerinnen und Politiker hautnah die Situation in der Pflege erleben und mit Bewohnern von Einrichtungen, ihren Angehörigen und den Mitarbeitenden ins Gespräch kommen. Bereits 20 Kandidatinnen und Kandidaten haben zugesagt, sich in einer diakonischen Einrichtung der Altenhilfe und der ambulanten Pflege selbst ein Bild von der Pflege zu machen.
Auf der Aktionsseite www.stark-fuer-die-pflege.de können die Termine, Orte und Namen eingesehen werden. Direktor Dr. Christoph Künkel vom Diakonischen Werk der Landeskirche Hannovers: "Wir wollen mit dieser Kampagne eine öffentliche Diskussion über den Umgang mit alten Menschen in unserer Gesellschaft anstoßen." Die Kampagne wirbt für bessere gesetzliche und finanzielle Bedingungen in der Pflege und fordert eine Anpassung der niedersächsischen Pflegevergütung auf das Niveau anderer Bundesländer. Während in Niedersachsen die Pflege in der Pflegestufe 3 täglich mit 63 Euro vergütet wird, bekommen in Nordrhein-Westfalen Einrichtungen für die gleiche Arbeit 76 Euro.
Künkel fordert außerdem weniger Bürokratie und mehr Zeit für die Menschen in der Pflege.