LANDKREIS. Landesbischof Jürgen Johannesdotter nahm das 2017 anstehende Luther-Jubiläum und das 450-jährige Reformationsjubiläum 2009 in Schaumburg-Lippe in den Blick. Der Thesenanschlag an die Schlosskirche zu Wittenberg im Jahr 1517 war nicht gegen "die" Kirche gerichtet, sondern "pro (für) Christus", für die Botschaft vom Heiland und Erlöser der Welt.
Diesen Hinweis gab Landesbischof Jürgen Johannesdotter in seinem Bericht vor der Herbstsynode, der sich unter anderem mit dem schaumburgischen Reformationsjubiläum 2009 befasste. Das Jubiläum habe aus diesem Grund einen ökumenischen Charakter. "Deshalb laden wir viele ein, an dieser Feier teilzunehmen", so Johannesdotter, "in ökumenischer Verbundenheit mit unseren reformierten, katholischen und freikirchlichen Nachbarn." Die Landeskirche begeht das 500-jährige Jubiläum der Einführung der Reformation in der Grafschaft Schaumburg im kommenden Jahr mit einer Reihe von Veranstaltungen. Höhepunkte werden ein Festwochenende im August und ein wissenschaftliches Symposium im September sein. Für das Reformationsjubiläum sind 50000 Euro in den Haushalt eingestellt.
Für weitere 50000 Euro kauft sich die Landeskirche Schaumburg-Lippe in die Wittenbergstiftung ein. Diese Stiftung wird zum 1. Januar 2009 neu gegründet. Sie ist eine öffentlich-rechtliche Stiftung und heißt offiziell "Stiftung der Evangelischen Kirche in Deutschland zur Wahrnehmung gesamtkirchlicher Verantwortung in Wittenberg (Evangelische Wittenbergstiftung)". Initiiert hat die Stiftung mit Sitz in der Lutherstadt Wittenberg die Evangelische Kirche Deutschland (EKD). Diese Stiftung dient in besonderer Weise der Wahrung und Weitergabe des reformatorischen Anliegens Martin Luthers. Das soll vor allem durch eine verstärkte Nutzung der Schlosskirche sowie durch Begegnungs- und Bildungsarbeit geschehen. Dem Kapitalstock beträgt rund 1,3 Millionen Euro und die Gliedkirchen stiften rund 1,2 Millionen Euro zu.
Mit dem Einsatz von 50000 Euro hat die Landeskirche dann eine Stimme im Stiftungsrat.