LANDKREIS. In vielen Gemeinden des Kirchenkreises Grafschaft Schaumburg werden am Sonntag, dem 9. November, um 17 Uhr für 15 Minuten die Glocken läuten, um an die Ereignisse der Reichspogromnacht vor 70 Jahren zu erinnern. Am 9. November 1938 wurden Wohnungen und Geschäfte jüdischer Mitbürger zerstört sowie ihre Synagogen in Brand gesteckt. Mindestens 91 jüdische Menschen wurden bei diesen "Aktionen" ermordet, unzählige mißhandelt und unter verhöhnenden Beschimpfungen durch die Straßen getrieben. Zu einem deutlich hörbaren Protest kam es damals nicht.
Am 70. Jahrestag der Reichspogromnacht sollen deswegen die Glocken läuten, um ein öffentliches Zeichen der Erinnerung, des Gedenkens und der Mahnung zu setzen.
Während des Läutens und danach sind die Kirchen zum stillen Gedenken, zum Gebet und zur Andacht geöffnet.
Mit dem Gedenk-Läuten beteiligen sich die Kirchengemeinden an der bundesweiten ökumenischen Aktion "1938 klanglos - 2008?", die auf die Idee von Prof. Meir Schwarz, dem Leiter des Ashkenaz House in Jerusalem, zurückgeht. Mehr Informationen unter www.gedenk-laeuten-2008.net und
www.kirchenkreis-grafschaft-schaumburg.de .