1. Entwicklung ist gut aber Handlungsbedarf bleibt

    Die Zahl der unversorgten Bewerber ist deutlich gesunken

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    LANDKREIS. Die Agentur für Arbeit Hameln für das Ausbildungsjahr 2007/2008 Bilanz gezogen. Am 30. September sind 37 Jugendliche ohne Ausbildungsstelle geblieben und haben auch keine andere Alternative finden können, wie z.B. weiterer Schulbesuch oder auch eine berufsvorbereitende Maßnahme. Das sind 128 weniger als 2007 (165). Von Oktober 2007 bis September 2008 sind beim Arbeitgeber-Service 2.553 Ausbildungsstellen gemeldet worden, 143 (5,9 %) mehr als im gleichen Vorjahreszeitraum.

    Die Zahl der bei der Agentur und den JobCentern gemeldeten Bewerberinnen und Bewerber ist gegenüber dem Vorjahr um 10,8 % auf 3.316 gesunken. Aufgrund der guten konjunkturellen Entwicklung haben viele Jugendliche durch eigene Aktivitäten einen Ausbildungsplatz finden können. Knapp die Hälfte hat die Schule bereits vor dem Jahr 2008 verlassen. "Bei allen Herausforderungen, die bleiben, bin ich mit der Entwicklung auf dem Ausbildungsstellenmarkt und diesem Ergebnis sehr zufrieden," fasst Jochem Freyer, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Hameln, die Ausbildungsmarktzahlen zusammen. "Wir gehen nach Rückmeldungen der Kammern davon aus, dass die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge wie im Vorjahr erneut ansteigen wird. Damit wird die positive Trendwende seit Ausbildungsbeginn 2006 fortgesetzt. Mein Dank geht besonderes an die heimischen Betriebe für die auch in diesem Jahr gestiegene Ausbildungsbereitschaft." Wie in den Vorjahren konnte das Angebot die Nachfrage nach Stellen nicht komplett abdecken. Viele Jugendliche haben flexibel auf diese Situation reagiert und sind auf Schulen und berufsvorbereitende Maßnahmen ausgewichen – häufig aber auch, um ihre schulische Ausgangssituation zu verbessern. Die ausgewiesene Anzahl der unversorgten Bewerberinnen und Bewerber bildet daher nur einen Teil derjenigen ab, die für den Ausbildungsbeginn 2008 ohne Erfolg auf der Suche nach einer Ausbildungsstelle waren. Viele Jugendliche, die eine weiterführende Schule besuchen, hätten lieber eine berufliche Ausbildung begonnen.

    Weiterhin nehmen insgesamt rund 260 junge Menschen an berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahmen teil. Hierdurch sollen ihre Chancen auf einen Ausbildungsbeginn im nächsten Jahr gesteigert werden. Hinzu kommen außerdem rund 130 außerbetriebliche Ausbildungsplätze für benachteiligte Jugendliche, die zum 01. September durch die Berufsberatung besetzt wurden. Ende September waren noch 31 Ausbildungsstellen unbesetzt (Vorjahr 21).

    Auch hierin zeigt sich die zunehmend wachsende Diskrepanz zwischen höheren Ausbildungsplatzanforderungen und der Qualifikationen der Jugendlichen. Thorsten Tünnermann, Teamleiter der Berufsberatung appelliert an die Arbeitgeber: "Wir brauchen auch Ausbildungschancen für benachteiligte Bewerber. Auch vermeintlich Schwächere können sich in der praktischen Ausbildung gut entwickeln. Zur Unterstützung im theoretischen Bereich bieten wir unter anderem ausbildungsbegleitende Hilfen an, das ist Stützunterricht für Auszubildende." Aktuell stehen hier 255 Plätze für Auszubildende zur Verfügung. Ein neues Instrument ist der Ausbildungsbonus: Der Zuschuss zur Ausbildungsvergütung soll Jugendliche, die schon länger als ein Jahr auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz sind, für Arbeitgeber interessant machen. Der Ausbildungsbonus wird von den Arbeitgebern im Weserbergland rege nachgefragt. 25 Anträge konnten durch die Arbeitsagentur Hameln bereits bewilligt werden, weitere 70 Anträge liegen vor. "Mit dem Ausbildungsbonus sollen zusätzliche Ausbildungsplätze für Jugendliche geschaffen werden, die wegen der schwierigen Situation auf dem Ausbildungsmarkt in den vergangenen Jahren keinen Ausbildungsplatz bekommen haben.

    Um Mitnahmeeffekte zu vermeiden, hat der Gesetzgeber bewusst entschieden, die Zusätzlichkeit der Stellen durch die Kammern prüfen zu lassen," wirbt Freyer um Verständnis für das komplexe Bewilligungsverfahren. "Daneben gilt weiterhin, dass auch langfristig die Zukunftsperspektiven in allen technischen Berufen sehr gut sind," so Jörg Lücking, Teamleiter des Arbeitgeber-Service. "Insbesondere auch junge Frauen können sich hier bei entsprechender Interessenlage alternative Berufs- und Studienfelder erschließen." An die Unternehmen geht die Bitte, wieder frei werdende Stellen der Berufsberatung zu melden, damit weiterhin Vermittlungsbemhüngen unternommen werden können.

    Das Vermittlungsgeschäft für 2009 ist bereits angelaufen, Ausbildungsstellen für das kommende Jahr sollten frühzeitig gemeldet werden.

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