LANDKREIS (ih). Das Ende ist in Sicht. Der erste Fortbildungskurs zum Alltagsbegleiter biegt bald auf die Zielgerade ein. In Zusammenarbeit mit der Initiative Qualifikation in der Alltagsbegleitung (IQA) bietet der Kreisverband Schaumburg des Deutschen Roten Kreuzes diese Maßnahme erstmalig an. Im März begannen 17 Teilnehmer die Fortbildung. Zwei schieden zwischenzeitlich aus. Ein Teilnehmer fand einen neuen Arbeitsplatz, eine Teilnehmerin keinen persönlichen Zugang zu dieser Tätigkeit.
Alltagsbegleiter kümmern sich um Menschen, die an Demenz erkrankt sind. Bei diesem Krankheitsbild brauchen die Menschen eine intensive Betreuung. Zudem erkranken immer mehr Menschen daran, sodass der Bedarf an Betreuung wächst. Dabei gehören Alltagsbegleiter nicht zum Pflegepersonal sondern helfen beim Einkaufen, lesen aus der Zeitung vor und beschäftigen sich mit den kranken Menschen. Körperlich sind demente Menschen zumeist sehr agil. Geistig lassen die Kräfte aber mehr und mehr nach. Familienangehörige werden zu bekannten Gesichtern bis hin zu Fremden. Da ist eine verlässliche Konstante im Leben der dementen Menschen enorm wichtig.
Kursleiterin Beate Lose-Sander zieht eine mehr als positive Zwischenbilanz für den ersten Kurs der angehenden Alltagsbegleiter. Im Gespräch mit dem Schaumburger Wochenblatt hebt sie besonders das große Engagement der nunmehr 15 Kursteilnehmer hervor. Alle bringen bereits Lebenserfahrung mit. Die Gruppe ist zwischen 35 und 56 Jahre alt. In ihr finden sich die unterschiedlichsten Charaktere zusammen, berichtet Lose-Sander. Drei Männer und zwölf Frauen, vorher Lageristen, Hausmeister, Bekleidungsingenieurin oder ohne Arbeit, treffen sich regelmäßig zu den Theorie-Einheiten. Derzeit sind die Teilnehmer wieder in der Praxisphase. In mehreren stationären Pflegeeinrichtungen ergänzen sie das Pflegeteam. Auch im Krankenhaus Stadthagen kümmern sich zwei Teilnehmer um die dementen Patienten auf den Stationen.
Die Reaktion der Pflegeeinrichtungen auf die Unterstützung der angehenden Alltagsbegleiter sei sehr gut. Sie seien mehr als eine Bereicherung des eigenen Angebots. Es sei spürbar, dass die Arbeit der Teilnehmer den Bewohnern und Patienten gut tue. In zehn Wochen, am 30. Oktober, präsentieren die Teilnehmer ihre Projektarbeiten und werden einen Tag später offiziell verabschiedet. Bereits jetzt steht fest, dass es im kommenden Jahr einen weiteren Kurs geben wird. Zwei Anfragen gab es bereits und der Bedarf an Alltagsbegleitern wird in den nächsten Jahren erhöhen, sind sich IQA und DRK einig.