LANDKREIS. Verglichen mit anderen europäischen Ländern müssen deutsche Schüler besonders früh aufstehen und auch in den Schaumburger Schulen ist ein Schulbeginn noch vor acht Uhr der Regelfall. Nachdem nun David McAlister, der neue Vorsitzender der niedersächsischen CDU, jüngst bei einer Veranstaltung der Konrad-Adenauer-Stiftung in Bückeburg kritisch auf diese Fakten hingewiesen hatte, wiederholt die Schaumburger Schüler Union (SU) ihre Forderung nach einem späteren Unterrichtsbeginn bei Schulen im Ganztagsbetrieb.
"Was viele Schüler schon lange wussten ist jetzt auch durch Studien belegt worden: Die Aufmerksamkeit von Schülern ist in den frühen Morgenstunden noch nicht vollständig erwacht. Viele befinden sich noch im Halbschlaf, wenn von ihnen verlangt wird Lehrinhalte aufzunehmen, wenn ihre biologische Uhr noch auf Schlaf gestellt ist", macht SU-Pressesprecher Johannes Kräft deutlich. Deshalb fordere die Schüler Union eine verschobene Schulzeit, die später beginne aber dafür auch später ende. "Da die meisten Schulen in Schaumburg Ganztagsangebote bieten, sollte eine Verpflegung der Schüler zur Mittagszeit dort schon kein Problem mehr darstellen", führt Kräft weiter aus. "Besonders praktisch ist, dass diese Entscheidung nicht in Hannover getroffen werden muss, sondern dass der Schulvorstand direkt vor Ort die Unterrichtszeiten regeln kann", fügt der SU-Kreisvorsitzende Marius Wüstefeld hinzu. Dadurch sei es möglich, nach dem Motto "Probieren geht über Studieren" versuchsweise die Unterrichtszeiten zu verschieben, um die Auswirkungen zu untersuchen.
"Sollten diese Versuche unsere Annahme des Nutzen der Maßnahme bestätigen", so Wüstefeld weiter, "könnte die Stundentafel dauerhaft dementsprechend geändert werden". "Wir sind uns sicher, dass eine große Mehrheit der Schülerinnen und Schüler unsere Forderung unterstützt und hoffen, dass diese ihre Macht nutzen und sich mit ihrer SV im Schulvorstand für eine Verschiebung der Unterrichtszeit einsetzen werden.", betonten Wüstefeld und Kräft abschließend.