BAD NENNDORF (pd). Großes "Halali" in der Kurstadt Bad Nenndorf: In der Wandelhalle hielten die organisierten Jäger des Landes Niedersachsen ihre Landesjägertag 2008 ab. Neben verbandspolitischen Ausführungen standen Ehrungen, Grußworte von zahlreichen namhaften Ehrengästen sowie die Wahlen zum Präsidium im Mittelpunkt des Treffens.
Dabei gab es den erwarteten Wachwechsel: Mit überwältigender Mehrheit wurde der Landtagsabgeordnete und Diplom-Agraringenieur Helmut Dammann-Tamke aus dem Landkreis Stade zum neuen Präsidenten der Landesjägerschaft Niedersachsen (LJN) gewählt worden. Er löste damit den Anatomieprofessor der Tierärztlichen Hochschule Hannover, Dr. Dr. Klaus Pohlmeyer ab, der seit 1992 im Präsidium und seit 2004 als Präsident der Jägerschaft gewirkt hatte. Der 46-jährige Dammann-Tamke vertritt die Interessen der 52 794 in der LJN zusammengeschlossenen Jägerinnen und Jäger Niedersachsens.
Helmut Dammann-Tamke, erhält 1015 Stimmen.
Henning Holzhausen macht Werbung für das "Forsthaus Halt".
Einer der prominenten Gäste in der Wandelhalle von Bad Nenndorf: Constantin Freiherr von Heeremann.
Die LJN fördert und sichert die Lebensgrundlagen der frei lebenden Tier- und Pflanzenwelt und fördert alle Zweige des Jagdwesens. In Niedersachsen gibt es im Verhältnis zur Gesamteinwohnerzahl die meisten Jäger, beziehungsweise die größte Jägerdichte. Auf 133 Einwohner kommt eine Jägerin oder ein Jäger. Das ist ein weit höherer Anteil als in anderen Bundesländern. Daher war das Interesse an dem Treffen in Bad Nenndorf auch außerordentlich groß. In der Wandelhalle blieb kein Stuhl frei. Natürlich wurden auch die Personalentscheidungen von den 1080 Delegierten mit großem Interesse verfolgt.
Henning Holzhausen von der Jägerschaft des Landkreises Schaumburg begrüßte die Anwesenden und gab einen Überblick über den jagdrelevanten Tierbestand in seinem Zuständigkeitsbereich. Dann nutzte er das große Forum, um für das "Forsthaus Halt" zu werben. Das Zentrum für Jagd und Natur der Jägerschaft Schaumburg sei mittlerweile ein bekanntes Informationszentrum geworden, in dem unter anderem Jungjäger und Jungjäger auf ihre Jägerprüfung vorbereitet werden würden, in dem aber auch Seminare für Lehrer und Erzieher stattfinden würden. Auch die Natur- und Umwelterziehung für Kinder und Jugendliche werde entweder in diesem Stützpunkt betrieben oder über die "Rollende Waldschule".
Bürgermeisterin Gudrun Olk ging kurz auf die Auswirkungen der Teilkommunalisierung des Staatsbades sein und sprach die Hoffnung aus, alle Gäste des Landesjägertages hätten einen Parkplatz in direkter Nähe zum Tagungszentrum gefunden. Auch der Kurpark habe in den Veranstaltungspausen noch unbedingt einen Besuch verdient, so die Repräsentantin der Stadt.
Unbedingt wiederkommen sollten alle zum Bauernmarkt in Bad Nenndorf, forderte Olk die Jäger herzlich auf. Dabei sei auch die Kreisjägerschaft mit einem Aktionsstand vertreten.
Dr. Dr. Klaus Pohlmeyer hatte im Verlauf seiner Amtszeit erwirken könne, dass die besonderen Befugnisse der staatlichen Forstverwaltung als eigenständige Jagdbehörde abgeschafft wurden. Mehr Freiraum für die Jägerinnen und Jäger zur eigenverantwortlichen Nutzung bieten auch die neuen Jagdzeiten im Land. Die LJN sieht es unter anderem als eine wichtige Zukunftsaufgabe an, alle Kräfte in den Erhalt der Nutzbarkeit der Wildarten zu investieren.
Dass die Ausübung der Jagd längst kein antiquiertes Hobby für wenige ist, konnte der Landtagsabgeordnete Hermann Dinkla nur unterstreichen. Da würden Zahlen für sich sprechen. In Bezug auf eine gute Nachwuchsarbeit kann der LJN in der jüngsten Vergangenheit Erfolge vorweisen. Mit der Gründung der Arbeitsgemeinschaft "Junge Jäger" habe man ein aktives Forum für den Nachwuchs zwischen 16 und 35 Jahren geschaffen, führte der scheidende Präsident Pohlmeyer aus. Ein gesteigertes Interesse an der Erlangung eines Jagdscheines sei ebenfalls festzustellen. Die Mitgliederzahlen sprechen dieselbe Sprache. Waren 2006 noch 834 Mitglieder zwischen 18 und 25 Jahren in der LJN organisiert, so sind es in diesem Jahr bereits 1113 junge Jäger. Sorgen bereitet der Jägerschaft laut Pohlmeyer die hohen Bestände an Schwarzwild. Diese seien trotz intensiver Bejagung sehr hoch und dies führe wiederum zu hohen Schäden. Vielfach übersteige der Wildschaden die Jagdpacht und Privatinsolvenzen seien schon vorgekommen. "Das darf nicht sein", so Pohlmeyer weiter. Das Wildschadengesetz müsse dringend überarbeitet werden und das Risiko auf mehrere Schultern verteilt werden. Foto:pd/privat