1. Es brodelt gewaltig an Schaumburgs Schulen

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    LANDKREIS (ro). Letzte Woche verkündete die neue Kultusministerin, die Wulff-Regierung wolle die Rückerstattung der von Lehrern seit 1998 inzwischen geleistete unbezahlte Mehrarbeit entgegen der ursprünglichen Zusage nicht mit Beginn des neuen Schuljahres im Sommer schrittweise vornehmen. Vielmehr solle dies erst kurz vor der Pensionierung der jeweils betroffenen Lehrer geschehen. "Selten habe ich in den 25 Jahren meiner Vorsitzendentätigkeit so viele Rückmeldungen von Kollegen erhalten, die uns in ihrer Wut und Empörung auffordern, energische Protestaktionen zu starten, um diese Brüskierung der Lehrerschaft zurückzuweisen", so GEW-Kreisvorsitzender Friedrich Lenz gegenüber der Presse. Man habe, so das Ministerium, nicht mit einem solchen Ausmaß an inzwischen geleisteter Mehrarbeit gerechnet, zumal einem die unter der SPD-Vorgängerregierung bereits angesammelten Stunden nicht klar waren. Zudem lasse die Situation des Landeshaushaltes eine Rückerstattung zum jetzigen Zeitpunkt angesichts der Unterrichtsversorgung nicht zu. Das Ausmaß bereits geleisteter Mehrarbeit hätte jeder Schüler am Ende der Mittelstufe errechnen können, so Lenz, dazu bedürfe es keiner hochbezahlten Ministerialbürokratie. "Kollegen, die seit nunmehr 10 Jahren unbezahlte Mehrarbeit leisten, müssen sich für dumm verkauft halten, wenn sie, wie grade die Jüngeren unter ihnen, auf eine ferne Zukunft auf möglicherweise 30 Jahren und mehr vertröstet werden, wo sie dann entschädigt werden sollen," so Lenz gegenüber der heimischen Presse. Für die GEW handelt es sich im vorliegenden Fall um ein höchst lehrreiches Lehrstück in Sachen Dienstherrenwillkür, die ermöglicht werde durch die Besonderheiten des Beamtenrechts. Aufgrund der zahlreichen Rückmeldungen, die bei der GEW Schaumburg unmittelbar nach Bekanntwerden des Regierungsbeschlusses in Form von E-Mails einging, sieht sich der Kreisvorstand grade auch nach der erfolgreich verlaufenden Personalratswahl in die Pflicht genommen und ist entschlossen, zusammen mit seinen Personalratsvertretern und Vertrauensleuten an den Schaumburger Schulen schnelle konkrete Formen des Protestes und Widerstandes zu entwickeln. "Schon Anfang nächster Woche werden wir uns dazu treffen. Es gilt örtliche mit landesweiten Aktionen zu bündeln," so Lenz. Auf jeden Fall scheint die Wut und Empörung der Lehrerschaft sich nicht damit zufrieden geben zu wollen, bloß Protestbreife an das Ministerium zu schicken. Auch die für den 8. Mai bereits angesetzte landesweite GEW-Protestkundgebung nahe dem Landtag in Hannover dürfte möglicherweise nicht das letzte Wort sein, denn die Stimmung ist mehr als gereizt, nach Einschätzungen des Vorsitzenden. Unterschriftsammlungen, Personalversammlungen und andere herkömmliche Formen des Widerspruchs seien angesichts der Empörung wahrscheinlich nur ein erster Schritt, sich der öffentlichen Brüskierung zu widersetzen, so die GEW.

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