LANDKREIS. Auf Einladung des Schaumburger-Deutsch-Amerikanischen Gesellschaft (SDAG) hielt der promovierte Politologe Dr. Andrew B. Denison im großen Sitzungssaal einen hoch interessanten Vortrag zum Thema Präsidentschaftswahlen in Amerika.
Der selbständiger Analyst und Publizist, ist spezialisiert auf den Bereich Außen- und Sicherheitspolitik im nordatlantischen Raum. Er hat in den USA studiert und in Hamburg seinen Master gemacht. Seit 2000 ist er Direktor des Think Tank Transatlantic Networks, Königswinter.
Sein Betätigungsfeld reicht von wissenschaftlichen Forschungsaufträgen im Bereich der transatlantischen Beziehungen bis zur politischen Bildung.
In einem seinem Vortrag informierte Denison die Zuhörer nicht nur über das System der Präsidentschaftswahlen in den USA und der mit großem Medieninteresse seit Anfang Januar laufenden Vorwahlen. Er analysierte auch die geopolitischen Hintergründe und die Stimmung der Amerikaner, ihre Erwartungen an den mächtigsten Mann / die mächtigste Frau im mächtigsten Land der Welt.
Die ganze Welt schaue zu. Die amerikanischen Vorwahlen seien offen und intensiv wie noch nie. Zu diskutieren gebe es genug. Amerika lerne so die Kandidaten für das Amt des Präsidenten kennen. Dabei sparte der nationalbewusste "bekennende" Amerikaner Denison nicht mit Kritik an der schmutzigen Seite des Vorwahlkampfes bei den Demokraten, die das Clinton-Wahlkampfteam zu verantworten habe.
Die Welt - nicht nur die Amerikaner- sehne sich nach dem Gegenteil von George W. Bush.
Wer könne es besser machen? Im bunten Gemisch der Bundesstaaten zähle vor allem, wer kann besser die Wähler mobilisieren.
Aber Mobilisierung heißt auch die Mobilisierung von Geld. 2008 fließe mehr Geld als je zuvor in den Wahlkampf. Die Welt wolle ein neues Amerika. Amerika wolle der Welt entgegenkommen, so heiße es von allen Anwärtern auf das Amt des Präsidenten "So viel Zusammenarbeit wie möglich, so viel Alleingang wie nötig". Dieses alte amerikanische Prinzip zum Umgang mit der Welt bedeute heute etwas anders als in den Tagen und Monaten nach dem 11. September. Sorgen über Alleingänge dieser gigantischen Großmacht seien verständlich. Aber die partnerschaftliche Einbindung Europas ,die vom nächsten amerikanischen Präsidenten zu erwarten sei, werde auchiIhren Preis haben, in Geld und in stärkerem Engagement in den Krisenregionen der Welt.
Im Anschluss an den Vortrag nutzen die Zuhörer die Gelegenheit, sich schlau zu machen. Der Wissensdrang war so groß, dass der Vorsitzende der SDAG Egon Crombach zu seinem Bedauern die Diskussion nach über zwei Stunden Veranstaltungsdauer dem Ende zuführen musste.