LANDKREIS (ih). "Ich kann es nicht verstehen, dass eine Fraktion umkippt." Richard Wilmers, Vorsitzender von WIR für Schaumburg, empörte sich auf der Mitgliederversammlung am vergangenen Dienstag über das Umschwenken der Kreis-SPD in der Schul-Diskussion. Im Schulausschuss habe es eine neue Weichenstellung gegeben. Nach Wilmers Auffassung habe der Landrat auf seine Fraktion eingewirkt, nun nur noch von Gesamtschulen zu reden. Eine Verzögerung der bisher einmütigen Überlegungen sei klar erkennbar. Wilmers setzte auf den Kreisausschuss. Dieser Rückzieher dürfe nicht sein, kurz vor den Landtagswahlen.
Ebenso empört zeigte sich der WIR-Vorsitzende über das Vorgehen des Stadthäger Stadtmarketings (SMS) und der Stadt Stadthagen am 9. November. Während in allen anderen Städten mit einer Gedenkstunde der Reichsprogromnacht gedacht wurde, habe man in der Kreisstadt mit "Stadthagen zeigt dir die Sterne" ein Event veranstaltet. "Und der Bürgermeister schreibt dazu das Grußwort." Die anwesenden Mitglieder signalisierten dem klaren Bekenntnis Wilmers Zustimmung. Zur gleichen Zeit diskutiere man in Stadthagen das "Erinnerungsprojekt". Für Wilmers sei diese Veranstaltung "beschämend" gewesen und hätte ihn "sprachlos" gemacht.
Der dritte wichtige Aspekt im Tätigkeitsbericht des WIR für Schaumburg-Vorsitzenden war die immer wieder aufkeimende Diskussion um einen Jugendtreff in der Nähe der Eisbahn. Wilmers betonte, dass es sich für Kinder und Jugendliche in und um Stadthagen lohne, die vorhandenen Strukturen auszubauen. Dabei solle das geplante Unterfangen einem Jugendzentrum in der Innenstadt nicht das Wasser abgraben. Vielmehr ginge die WIR-Planungen mehr in Richtung eines Freizeitparks mit unterschiedlichen Angeboten für Jugendliche und Familien. "Der bisherige Container als Jugendtreff ist eine Schande", so Wilmers abschließend. Den ersten konkreten Entwurf soll den WIR-Mitgliedern Ende Januar vorgelegt werden.