1. "Mittagsverpflegung ist zu verbessern"

    SPD/FDP-Gruppe will Familien unterstützen

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    LANDKREIS (hb/m). Schon seit einiger Zeit wird das Thema Armut von Kindern und damit verbunden die gesundheitliche Situation von Kindern in unterschiedlicher Weise diskutiert. Die SPD/FDP-Kreistagsfraktion hat deshalb bereits im letzten Jahr im Bereich Jugendhilfe ein Konzept zur Unterstützung von Familien eingebracht. "Wichtige Schwerpunkte des Konzepts waren Gesundheit und Bewegung", stellte die stellvertretende Landrätin Helma Hartmann-Grolm fest.

    Helma Hartmann-Grolm: "Allen Schaumburger Kindern soll die Teilnahme am Mittagessen ermöglicht werden."

    In der nun aufgelebten Debatte um Armut in Deutschland und die Situation von Kindern und Schülern in besonderen Notlagen sei es erforderlich, den Gedanken der Gesundheit zu verstärken und im täglichen Leben zu verankern. Auch Einschulungsuntersuchungen haben bereits gezeigt, dass Gesundheitsdefizite festzustellen sind. Die SPD/FDP-Kreistagsfraktion fordert daher, die Unterstützung der Mittagsverpflegung an Ganztagsschulen zu verbessern. "Essenskosten für Kinder und Schüler in Ganztagseinrichtungen sind stärker zu unterstützen oder ganz zu übernehmen", meint der Fraktionsvorsitzende Eckhard Ilsemann. Nach dem zu Grunde gelegten Warenkorb beim Sozialgeld wird 1,03 Euro beziehungsweise bei über 14-jährigen Schülern 1,37 Euro gerechnet. Ein Betrag, mit dem eine Mittagsverpflegung, die den Anspruch an eine gesunde Ernährung erfüllt, nicht angeboten werden kann. "Von Kosten unter 2,50 Euro ist nicht auszugehen", ergänzt der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Wolfgang Kölling.

    Herwig Henke, der Vorsitzende des Schul- und Berufsschulausschusses, hält es für wichtig, dass Kinder, die eventuell schon am Morgen ohne Frühstück in die Schule kommen, wenigstens am Mittag die Möglichkeit haben müssen, eine vollständige Mahlzeit einzunehmen. Es sei aber leider festzustellen, dass selbst bei einem guten Angebot Schüler nicht am Essen teilnehmen, weil sie andere Essgewohnheiten haben oder das Geld dafür nicht da ist.

    "Allen Schaumburger Kindern soll die Teilnahme an dem Mittagessen ermöglicht werden", lautet daher die Forderung der SPD/FDP-Kreistagsfraktion. "Die gesunden und regelmäßigen Mahlzeiten haben nicht nur einen gesundheitlichen Nutzen, sondern sie bilden auch die Grundlage für persönliches Wohlbefinden, Belastbarkeit und Konzentrationsfähigkeit", weiß Hartmann-Grolm. Dies seien Fähigkeiten, die Kinder in der heutigen Zeit dringend brauchen und die sie nicht durch Fast Food bekommen. Die SPD/FDP-Kreistagsfraktion greift mit ihrem Engagement Aufgaben auf, für die eigentlich der Bund oder das Land zuständig sind und hofft, dass auf diesen Ebenen möglichst bald ein Umdenken stattfindet. Man könne nicht auf der einen Seite über Armut und die gravierenden Folgen diskutieren und auf der anderen Seite Gelder sparen wollen. Da die Bundesrepublik mit der Ganztagsbetreuung und Versorgung auch im internationalen Vergleich hinten liegt, fordert der SPD-Vorsitzende Karsten Becker das Land auf, entsprechende Mittel einzustellen. Für 2008 werden rund fünf Millionen Euro erforderlich sein. Foto: pr

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