1. Präsident der Landeskirche ohne Gegenstimmen gewählt

    Synode wählt mit Sebastian Geisler Fachmann für Recht und Wirtschaft

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    LANDKREIS (ih). Sebastian H. Geisler ist der neue Präsident des Landeskirchenamtes der Landeskirche Schaumburg-Lippe. Die Herbstsynode hatte den 34-jährigen Juristen am vergangenen Sonnabend mit 23-Ja Stimmen und drei Enthaltungen gewählt.

    Nach der Wahl gratulieren Rosmarie Brandt (v.li.), Landesbischof Jürgen Johannesdotter dem neuen Präsidenten Sebastian Geisler gemeinsam mit Joachim Liebig und Eike Höcker.

    Ein Jahr lang war die Stelle des Präsidenten vakant und damit unbesetzt.

    Geisler stellte sich dem Gremium aus Pastoren und Laien in einem 15-minütigen Vortrag vor. Zwar hätten die Synodalen einen tabellarischen Lebenslauf, doch ihm sei daran gelegen, die nüchternen Fakten mit Leben zu füllen. Geboren und aufgewachsen ist Geisler als fünftes von sechs Kindern in einem Pfarrhaushalt in der ehemaligen DDR. Er habe bereits früh innerhalb der Kirche Verantwortung übernommen. Die Wende sei für ihn ein "Aufbruch von Möglichkeiten gewesen."

    Geisler engagierte sich für die musisch-kulturelle Jugendarbeit innerhalb des CVJM. Nach seinem Jura Studium an der Universität Dresden startete er eine ansehnliche Karriere. Wissenschaftliche Tätigkeiten in Kanzleien und an der Universität sind nur einige Stationen in Deutschland. In der Ukraine absolvierte Geisler ein Sprach- und Rechtspraktikum, in Afrika lernte er "Verwaltung in ganz anderen Bezügen" in der Deutschen Botschaft in Pretoria/Südafrika kennen. Ein zweites Studium in Recht und Wirtschaft verschaffte Geisler auch international anerkannte Abschlüsse. Somit sind Geisler auch Arbeiten im Verwaltungsbereich nicht fremd.

    Das Amt des Präsidenten sei ein Schatz, da in ihm juristische Arbeit mit seelsorgerischen Aspekten einhergehe. Auch die kleine Landeskirche sei bekannt als ein "Filetstück des deutschen Protestantismus" und er freue sich auf die Arbeit in einer so reizvollen Umgebung. Angesprochen auf die Kleinheit der Landeskirche verglich Geisler die Gegebenheiten mit einer Familie. Es sei besonders schön, bei Streitigkeiten aber auch besonders schmerzlich, miteinander unzugehen. Doch er sehe in der familiären Nähe eine große Chance.

    Nach einer kurzen Aussprache unter Ausschluss der Öffentlichkeit wählten ihn die Mitglieder mit großer Mehrheit. Mit Sebastian Geisler als neuem Präsidenten zieht eine neue Generation in das Landeskirchenamt ein.

    "Ich danke ihnen für ihr Vertrauen", sagte Geisler. Er machte sich noch vor dem offiziellen Ende der Synode auf den Rückweg nach Frankfurt, um nicht allzu lang von seiner Ehefrau getrennt zu sein. Sie erwartet in diesen Tagen das zweite Kind. Auf die Frage, wie es ihm gelinge, zu diesem Zeitpunkt sich so ruhig um eine Stelle zu bewerben, sagte Geisler: "Ich vertraue darauf, manche Dinge ins Gebet zu legen, dass sie dann gelingen." Foto: ih

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