LANDKREIS (ih). In der vergangenen Woche kamen der Kirchenkreistag des Kirchenkreises Grafschaft Schaumburg zu seiner dritten Sitzung zusammen. Elisabeth Hesse begrüßte die Mitglieder zu einem Abend, der die Zukunft verändern werde.
Elisabeth Hesse, Vorsitzende des Kirchenkreistages, zeigt die neuen Anhänger.
Erst vor einigen Monaten ist der Kirchenkreis dem Sprengel Hannover zugeordnet worden. Die Mitglieder des Kirchenkreistages standen also noch immer einer neuen Situation gegenüber. Neue Ansprechpartner in den Bereichen Jugendarbeit, Kirchenmusik und Lektoren- und Prädikantenarbeit sind nur kleine organisatorische Änderungen. Schwieriger ist es für die Lutheraner, ein stabiles Selbstbewusstsein innerhalb ihres neuen Organisationsgefüges zu entwickeln. Zumal die finanziell angespannte Lage in der Landeskirche Hannover auch vor dem Kirchenkreis Grafschaft Schaumburg nicht Halt macht. Mit den neuen Umhängern war ein erster kleiner Schritt zum Wiedererkennungswert des Kirchenkreises Grafschaft Schaumburg gemacht. Alle Mitglieder trugen ihr Namensschild daran. Künftig sollen auch die Gruppen in den Gemeinden diese Anhänger bekommen können, so die Vorsitzende des Kirchenkreistages Hesse.
"Wir müssen uns ernster nehmen in unserem Tun und Lassen," forderte Superintendet Andreas Kühne-Glaser in seinem Ephoralbericht alle Ehrenamtlichen und Pastoren auf. Der parlamentarischen Struktur würde nicht genügend gewürdigt. Er verwies auf die schlechte Beteiligung an der Synodalwahl. "Dies muss sich für die nächste Wahl ändern," genauso wie die Wahrnehmung der Arbeit der Synode.
Der Superintendent wünschte sich für die Zukunft ein Profil des Kirchenkreises, das scharf und akzentuiert ist, Dazu sehe er eine Chance, für den Kirchenkreis in den nächsten Jahren, nicht mehr nur auf Zahlen aus Hannover zu reagieren sondern selbst zu gestalten. "Wir überlegen und erarbeiten und entdecken gemeinsam von den Gemeinden über die Regionen bis hin auf die Ebene des Kirchenkreises". Erstens müsste in den Blick genommen werden, was die Menschen vor Ort brauchten. Zweitens sei zu ermitteln, was die Kirche leisten könne und "wozu wir in unserer Arbeit vom Evangelium her beauftragt sind". Drittens hatte Kühne-Glaser eine Zusammenschau im Blick, die Schwerpunkte herausarbeite.
Die Positionierung in der Öffentlichkeit sei dabei ein wichtiger Aspekt, der nicht vernachlässigt werden dürfte. Die Kirchenkreistagsmitglieder müssten sich bewusst machen, dass die allermeisten Kirchenmitglieder nicht über den Gottesdienst und gemeindliche Veranstaltungen erreicht würden. Die Öffentlichkeitsarbeit, angefangen beim Gemeindebrief über Zeitungen, Internet und Aushänge bis hin zum Radio, sei sehr wichtig. Die Kirche wäre schlecht beraten, hier nicht auch Personal und Kraft einzusetzen. Kühne-Glaser zeigte sich darüber erfreut, im nächsten Stellenplan eine Viertel-Stelle für den Bereich Öffentlichkeitsarbeit zu finden. Wie die konkrete Ausgestaltung aussieht, ist noch nicht klar.
Aus den Reihen der Kirchenkreistagsmitglieder kam die Frage auf, ob die Einrichtung dieser Stelle angesichts der angespannten Finanzsituation das richtige Signal sei. Mit den Kasualien würden viele Menschen mehr, über die Kerngemeinde hinaus, erreicht. Es sei ein Fehler, an dieser Stelle nachzulassen. Foto: ih