LANDKREIS (ih). Streik nennen es die Lokführer. "Verzögerungen im Betriebsablauf" umschreibt es die freundliche Computerstimme im Bahnhof. Seit dem vergangenen Donnerstag bekamen auch die Bahn-Pendler aus Schaumburg den bundesweiten Streik der GdL zu spüren. Züge kamen zu spät oder fielen ganz aus, der Nahverkehr geriet mit jeder Streikstunde mehr in Schieflage. Fast zwei Stunden saß eine junge Frau nach getaner Arbeit auf dem Haster Bahnhof fest. Zwar fuhr ein Regionalexpress Richtung Hannover, die S-Bahnen fielen jedoch aus. So wurden die kleinen Haltepunkte, die sogenannten "Milchkannen" nicht mehr angefahren.
Opa, Vater und Sohn wollten einen Ausflug in Richtung Minden starten. "Wir stempeln unser Ticket aber erst kurz vorher", überlegte der Vater laut. "Wer weiß, ob der Zug überhaupt kommt."
An diesem Wochenende will die Gewerkschaft der Lokführer nicht zu weiteren Streiks aufrufen. Vize-Präsident Claus Weselsky sagte in einem TV-Interview am Freitag, die Gewerkschaft wolle der Deutschen Bahn bis einschließlich Montag Zeit geben, sich neu zu positionieren. Doch er schloss auch unbefristete Streiks nicht aus, sollte das Angebot nicht akzeptabel sein.
Es bleibt also abzuwarten, ob die Schaumburger Pendler in der nächsten Woche ihre Züge wieder wie gewohnt erreichen.