LANDKREIS (mk). Michael Stemme, Geschäftsführer des JobCenter Schaumburg, und sein Stellvertreter Bernd Dittmer erläuterten im Rahmen des Sozialausschusses die Arbeit sowie die Entwicklung im Bereich des JobCenters, das seit dem 1. Januar 2005 im Rahmen von "Hartz IV" und mit dem Motto "Fördern und Fordern" bemüht ist, Menschen wieder in den ersten Arbeitsmarkt zu integrieren.
Aktuell sind 154 Mitarbeiter im JobCenter beschäftigt. Das Budget beläuft sich auf 58 Millionen Euro für passive Leistungen, davon werden allein für die Kosten der Unterbringung 25 Millionen Euro aufgewendet. Die Eingliederungsleistungen belaufen sich auf rund zehn Millionen Euro und das Verwaltungsbudget auf 7,5 Millionen. Rund 10 500 Menschen sind derzeit erwerbsfähig, dass heißt, sie können mindestens drei Stunden pro Tag arbeiten. In rund zehn Prozent der Fälle leistet das JobCenter eine Erwerbsergänzung, so wird ausgegleichen, was der Markt nicht bietet. Stemme und Dittmer betonten, dass viele Erwerbslose erst auf den ersten Arbeitsmarkt vorbereitet werden müssen.
Daher biete man zahlreiche Maßnahmen an, um die Vermittlung auch möglichst nachhaltig zu gestalten. Leider, so Dittmer, würden die von "Hartz IV" betroffenen Menschen kaum von dem konjunkturellen Aufschwung profitieren, dies gelte meist für die Personen, die erst kürzlich ihre Arbeit verloren haben. Bei den unter 25-Jährigen gibt es laut Stemme meist Probleme aufgrund fehlender Schulabschlüsse. Gleichzeitig forderte er die Wirtschaft aber auch dazu auf, ihre Anforderungsprofile zu senken. Ein Punkt ließ die Ausschussmitglieder besonders aufhorchen: Personen, die sich in einer Maßnahme befinden, zur Schule gehen oder ähnlich untergebracht sind, werden in der Statistik nicht mehr als arbeitslos, sondern als arbeitssuchend geführt, was zu einer deutlichen Verschiebung bei den Zahlen führt.
Das Verhältnis liegt bei rund zwei Dritteln zu einem Drittel. Dennoch zeigten sich Stemme und Dittmer nach rund zwei Jahren JobCenter zufrieden mit der Entwicklung. Da aufgrund der Regelung, dass man nach einem Jahr Arbeitslosigkeit Kunde des JobCenters wird immer wieder neue Kunden hinzubekomme, werde man in diesem Bereich kaum Veränderungen bei den Zahlen spüren.