LANDKREIS (ih). Kinderarmut ist ganz nah. Nicht nur in entfernten Großstädten kommen Schulkinder in karitative Einrichtungen, um eine warme Mahlzeit und Hausaufgaben-Hilfe zu bekommen. Auch einige Schaumburger Kinder müssen das Angebot der Tafel nutzen oder bekommen Beihilfen zu Veranstaltungen wie Klassenfahrten oder Freizeiten.
Der Weltkindertag löst daher für Antonia Hasse, Vorsitzende des Kinderschutzbundes Schaumburg gemischte Gefühle aus. Denn die Kinder sollten nicht nur an einem Tag im Jahr im Mittelpunkt des Interesses stehen. Ihnen müsse 365 Tage im Jahr die Aufmerksamkeit gewidmet werden. Auf der anderen Seite sei die gesteigerte Aufmerksamkeit zum Weltkindertag eine Möglichkeit, die Rechte der Kinder einzufordern. Die derzeitige Diskussion, die Kinderrechte im Grundgesetz zu verankern begrüßt sie sehr. "Kinder sind wichtig für die Gesellschaft. Und wir können wieder darüber reden", freut sich. Doch diese Gesprächsbasis war nicht immer gegeben. "Als wir vor zwölf Jahren den Kinderschutzbund Schaumburg gegründet haben, mussten wir dafür kämpfen, als Verein wahr genommen zu werden." blickte Antonia Hasse in die Geschichte zurück. Es sei heute an der Zeit, auch mal zu loben. Denn in den Köpfen der Politiker spielen die Kinder eine immer größere Rolle. Der Kinderschutzbund würde um Meinungen gefragt. Die Stadt Stadthagen beispielsweise möchte die Erfahrungen des Vereins für das geplante Familienzentrum in die Planungen einbeziehen.
Doch trotz aller Erfolge kann der Kinderschutzbund seine Arbeit nicht einstellen. Denn noch immer haben es einige Kinder sehr schwer. Doch Antonia Hasse wusste von Familien in Schaumburg zu berichten, die mit wenigen Mitteln ihre Kinder auf den richtigen Weg bringen.
Weitere Informationen zum Kinderschutzbund Schaumburg gibt es im Internet unter www.kinderschutzbund-schaumburg.de.