LANDKREIS (ih). Der vergangenen Montag war der schwärzeste unter den schwarzen der Erlebniswelt Renaissance (EWR). Denn am Abend sprach sich die Mehrheitsgruppe (CDU, Unabhängige und FDP) im Hameln-Pyrmonter Kreistag gegen einen neuen Zuschuss aus. Damit steht dem Mammutprojekt der Bankrott ins Haus. Denn in einer außerordentlichen Kreisausschusssitzung entscheiden die Abgeordneten endgültig über die Erlebniswelt Renaissance.
Die EWR-Projekte in Bückeburg und Stadthagen sind gesichert. Als Verlierer des Ganzen kristallisiert sich das Schloss Bevern heraus. Seit längerem befinden sich die Bauarbeiten dort im Ruhezustand, da die finanziellen Unsicherheiten der EWR auch bis zu den Handwerkern vorgedrungen waren. Das Hochzeitshaus in Hameln erwies sich in der Vergangenheit mehrfach als Millionen-Fass ohne Boden.
In einer Pressemitteilung wirft Bündnis 90/die Grünen im Landtag nun dem Wirtschaftsministerium vor, es habe "die betroffenen Landkreise von Anfang an mit ihren Problemen allein gelassen zu haben". Als im vergangenen Jahr bereits das Ende des Projektes drohte, habe das im Aufsichtsrat vertretene Wirtschaftsministerium nicht einmal Kenntnis von einem Strategiepapier gehabt, das die Möglichkeiten für den Fortbestand der EWR ausgelotet habe, sagte Enno Hagenah.
Den betroffenen Landkreisen drohe nun neben dem Imageverlust auch noch die Rückzahlung der EU-Fördergelder, sagte der Grünen Politiker. Hagenah fordert eine "Task Force", um gemeinsam mit den drei Landkreisen eine Lösung zu erarbeiten und die EU-Zuschüsse zu sichern.
Den Landkreis Schaumburg betreffen diese eventuellen Rückzahlungen allerdings nicht, sagte Klaus Heimann, Pressesprecher des Landkreises Schaumburg. Denn die Fördergelder seien immer an die EWR-Gesellschaft gegangen.